Eingabehilfen öffnen
Zum Hauptinhalt springen

Trotz Krankheit Teil der Klasse bleiben:

  • Titelbild:
  • Inhalt:

    Neue Telepräsenzavatare im Verleih

    Wenn ein Kind oder ein Jugendlicher aus gesundheitlichen Gründen über einen längeren Zeitraum nicht zur Schule kommen kann, fehlt häufig mehr als nur Unterrichtsstoff. Auch der tägliche Kontakt zur Klasse, zu Freundinnen und Freunden und damit ein wichtiges Stück Normalität gehen verloren.

    Telepräsenzavatare können hier eine Brücke ins Klassenzimmer schaffen. Das Kreismedienzentrum Main-Tauber-Kreis erweitert deshalb sein Angebot: Zusätzlich zum bereits vorhandenen AV1-Telepräsenzavatar stehen ab sofort zwei weitere Telepräsenzavatare von Avapingu zur Verfügung. Alle drei Geräte können Schulen im Main-Tauber-Kreis bei entsprechendem Bedarf ausleihen.

    Das Klassenzimmer kommt ein Stück nach Hause

    Der Avatar nimmt stellvertretend für das erkrankte Kind am Unterricht teil und steht dazu im Klassenzimmer. Das Kind selbst kann sich beispielsweise von zu Hause oder aus einer Klinik zuschalten.

    Über Kamera, Mikrofon und Lautsprecher kann es dem Unterricht folgen, Lehrkräfte und Mitschülerinnen und Mitschüler hören und sich selbst zu Wort melden. Beim AV1 kann das Kind beispielsweise auch virtuell die Hand heben oder signalisieren, dass es gerade nur zuhören möchte. Avapingu ermöglicht ebenfalls Hören und Sprechen sowie – abhängig von der gewählten Konfiguration – das Steuern der Kamera und Statussignale über LEDs.

    Damit kann der Avatar zu Augen, Ohren und Stimme des Kindes im Klassenzimmer werden.

    Mehr als Unterricht auf Distanz

    Der besondere Wert eines Telepräsenzavatars liegt nicht allein darin, versäumten Unterrichtsstoff nachzuholen. Mindestens ebenso wichtig ist die soziale Teilhabe.

    Das Kind kann weiterhin erleben, was in seiner Klasse passiert, mit anderen sprechen und sich als Teil der Gemeinschaft fühlen. Je nach gesundheitlicher Situation kann die Teilnahme flexibel gestaltet werden – beispielsweise nur in einzelnen Unterrichtsstunden oder zunächst auch überwiegend zuhörend. Praxisberichte zum AV1 beschreiben zudem Einsätze über den eigentlichen Fachunterricht hinaus, etwa bei gemeinsamen Aktivitäten oder Ausflügen.

    Ein Avatar kann damit beispielsweise sinnvoll sein bei einer länger andauernden Erkrankung, wiederkehrenden längeren Fehlzeiten, Klinik- oder Rehabilitationsaufenthalten oder während einer schrittweisen Rückkehr in den regulären Schulbesuch. Ob und in welchem Umfang ein Einsatz sinnvoll ist, muss dabei immer individuell betrachtet werden.

    AV1 und Avapingu – unterschiedliche technische Ansätze

    Mit den drei Geräten kann das Kreismedienzentrum nun unterschiedliche technische Lösungen anbieten.

    Der bereits vorhandene AV1 von No Isolation ist ein speziell für diesen Zweck entwickeltes geschlossenes Telepräsenzsystem. Die Verbindung erfolgt über eine eigene Anwendung; Bild und Ton werden zum erkrankten Kind übertragen, während vom Kind selbst nur der Ton in das Klassenzimmer gelangt.

    Die beiden neuen Avapingu verfolgen einen offeneren, modularen Ansatz. Sie basieren auf Standardkomponenten und webbasierter Open-Source-Software. Eine Teilnahme ist dadurch über PC, Notebook, Tablet oder Smartphone möglich. Je nach Einrichtung lassen sich Kamera und Status-LEDs steuern. Die Plattform kann außerdem auf eigener Serverinfrastruktur betrieben werden.

    Für Schulen steht dabei jedoch weniger die Technik als die Frage im Mittelpunkt: Welche Lösung passt am besten zum jeweiligen Kind und zur konkreten Situation? Dabei unterstützt das Kreismedienzentrum.

    Wie kommt ein Avatar an die Schule?

    Wichtig: Die Ausleihe eines Telepräsenzavatars erfolgt ausschließlich über die jeweilige Schulleitung.

    Besteht bei einer Schülerin oder einem Schüler aufgrund einer längeren gesundheitlich bedingten Abwesenheit Bedarf, kann sich die Schulleitung an das Kreismedienzentrum Main-Tauber-Kreis wenden. Gemeinsam wird anschließend geklärt, ob ein Telepräsenzavatar für die konkrete Situation geeignet ist, welches der verfügbaren Systeme infrage kommt und welche organisatorischen und technischen Voraussetzungen für den Einsatz geschaffen werden müssen.

    Auch die Einbindung der Lehrkräfte und der Klasse sollte vor dem Einsatz gut vorbereitet werden. Erfahrungen mit Telepräsenzsystemen zeigen, dass eine feste Ansprechperson an der Schule und eine individuelle Planung – etwa zu Unterrichtszeiten, Zuständigkeiten und Umfang der Teilnahme – wichtige Voraussetzungen für einen erfolgreichen Einsatz sind.

    Interesse oder konkreter Bedarf?

    Schulleitungen aus dem Main-Tauber-Kreis können sich direkt an das Kreismedienzentrum wenden. Wir beraten zum möglichen Einsatz und stellen die verfügbaren Telepräsenzavatare vor.

    Denn auch wenn ein Kind eine Zeit lang nicht selbst im Klassenzimmer sitzen kann, sollte es möglichst Teil seiner Klasse bleiben können.

    Weitere Informationen zu den beiden Systemen gibt es bei Avapingu und AV1 von No Isolation.