Fachtag KI: Rückblick
07. März 2026
Fachtag KI: Impulse für Schule und Unterricht
Am 3. März 2026 fand am Kreismedienzentrum Main-Tauber-Kreis der 2. Fachtag KI – Arbeiten mit der digitalen Bildungsplattform statt. Zahlreiche Lehrkräfte aus der Region nutzten die Gelegenheit, sich über aktuelle Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz im Unterricht zu informieren, neue Werkzeuge kennenzulernen und praktische Anwendungsmöglichkeiten zu erproben.
Der Fortbildungstag bot eine Mischung aus Keynote, vertiefenden Workshops und praxisorientiertem Austausch. Ziel war es, Lehrkräfte dabei zu unterstützen, KI-Werkzeuge reflektiert und gewinnbringend im schulischen Alltag einzusetzen.
Keynote: Lernen im Zeitalter großer Sprachmodelle
Den Auftakt bildete ein Impulsvortrag von Benedikt Sauerborn (KI-Zentrum Schule / ZSL). In seinem Vortrag zeigte er, wie stark große Sprachmodelle seit Ende 2022 die Lern- und Arbeitswelt verändert haben.
Aktuelle Studien zeigen eine enorme Dynamik: Bereits 94 % der Studierenden und rund 76 % der Jugendlichen nutzen regelmäßig KI-Tools. Die Einsatzmöglichkeiten reichen von der Unterstützung bei komplexen Problemlösungen über das Schreiben und Überarbeiten von Texten bis hin zur Nutzung der KI als Dialogpartner.
Vor diesem Hintergrund stellte Sauerborn zentrale Fragen für Schule und Unterricht:
- Wie beeinflusst die Nutzung generativer KI das individuelle Lernen?
- Wie kann KI so eingesetzt werden, dass sie tieferes Lernen unterstützt und nicht nur oberflächliche Ergebnisse liefert?
- Wo liegen Chancen – und wo mögliche Risiken?
Neben didaktischen Aspekten ging es auch um rechtliche Rahmenbedingungen, etwa Datenschutz (DSGVO), den europäischen AI-Act sowie urheberrechtliche Fragen beim Einsatz von KI im Unterricht.
Workshops: KI praktisch ausprobieren
Im Anschluss an die Keynote konnten die Teilnehmenden aus einer Vielzahl von Workshops wählen und unterschiedliche Perspektiven auf das Thema KI kennenlernen.
KI-Tools im Unterricht
Mehrere Workshops beschäftigten sich mit der praktischen Nutzung von KI-Systemen im Schulalltag. So zeigte Mathias Reinmann (ZSL) anhand der Landeslösung Telli, wie KI zur Unterrichtsplanung, Materialerstellung und Differenzierung eingesetzt werden kann. Lehrkräfte konnten dabei eigene Unterrichtsideen entwickeln und erproben.
Auch das Thema Prompting und didaktische Chatbots wurde vertieft: In einem Workshop wurden fortgeschrittene Strategien vorgestellt, mit denen Lehrkräfte KI gezielt für Lernprozesse einsetzen können.
Neue kreative Ansätze: Vibe Coding
Einen Blick in innovative Arbeitsweisen boten die Workshops zum „Vibe Coding“. Dabei entwickeln Lehrkräfte mit Unterstützung von KI eigene kleine Web-Anwendungen oder digitale Lernmaterialien, ohne klassische Programmierkenntnisse zu benötigen. Ziel ist es, kreative digitale Lernangebote schnell und flexibel erstellen zu können.
Fachliche Perspektiven auf KI
Weitere Workshops zeigten, wie KI in unterschiedlichen Unterrichtsfächern eingesetzt werden kann:
- KI in der Grundschule
- KI im Fremdsprachenunterricht
- KI in den Geisteswissenschaften
- Fake News im Zeitalter der KI
Gerade der Workshop zu Fake News und KI verdeutlichte, wie wichtig Medienkompetenz geworden ist: Schülerinnen und Schüler müssen lernen, KI-generierte Inhalte kritisch zu hinterfragen und Falschinformationen zu erkennen.
Schule im Wandel
Auch strukturelle Fragen wurden thematisiert. Workshops zu Themen wie digitaler Arbeitsplatz, Leistungsmessung im Zeitalter von KI sowie rechtliche Rahmenbedingungen zeigten, wie sich Schule organisatorisch und pädagogisch weiterentwickeln muss.
Im Workshop „KI und Recht“ wurden beispielsweise zentrale Aspekte wie Datenschutz, Urheberrecht und Verantwortlichkeiten beim Einsatz von KI-Tools im Unterricht beleuchtet.
Austausch und neue Impulse
Neben den Workshops spielte der Austausch zwischen den Teilnehmenden eine wichtige Rolle. Viele Lehrkräfte nutzten die Gelegenheit, Erfahrungen zu teilen, Fragen zu diskutieren und gemeinsam Ideen für den Einsatz von KI im Unterricht zu entwickeln.
Der Fachtag machte deutlich: Künstliche Intelligenz ist längst Teil der Lebenswelt von Schülerinnen und Schülern. Für Schulen besteht daher die Herausforderung darin, diese Technologien pädagogisch sinnvoll, reflektiert und verantwortungsvoll einzusetzen.
Fazit
Der KI-Fachtag am Kreismedienzentrum bot zahlreiche Impulse für die schulische Praxis und zeigte, wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten von KI bereits heute sind. Gleichzeitig wurde deutlich, dass neben technischen Möglichkeiten vor allem didaktische Konzepte, Medienbildung und rechtliche Orientierung entscheidend sind.
Viele Teilnehmende nahmen konkrete Ideen, neue Werkzeuge und Anregungen für ihren Unterricht mit.
Das Kreismedienzentrum bedankt sich bei allen Referierenden und Teilnehmenden für einen inspirierenden Fortbildungstag.
Mehr Infos und Unterlagen zu den Vorträgen und Workshops weiterhin hier: mz-bw.de/KI26

















