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Wieder ein Jahr Ihr Partner für Bildung und Medienkompetenz

14. September 2026

Beratung, die ankommt

Schuljahr 2025/26: 65 dokumentierte Beratungs-, Fortbildungs- und Veranstaltungstermine

Von der Kita bis zu Grundschule, Realschule, Gymnasium und SBBZ

Technik · Medienpädagogik · KI · Coding · Making · Kindermedienschutz

Wie vielfältig die Aufgaben eines modernen Kreismedienzentrums heute sind, zeigt die Bilanz des Schuljahres 2025/26. Insgesamt 65 Beratungen, Fortbildungen, Workshops und Veranstaltungen sind allein in der Jahresübersicht dokumentiert. Hinzu kommen spontane Beratungen und Hilfestellungen aus dem täglichen Betrieb sowie zahlreiche Planungs-, Abstimmungs- und Vernetzungstermine, die in dieser Übersicht nicht einzeln erfasst wurden.

Hinter diesen Zahlen steht eine große Bandbreite: Schulen und Kindertageseinrichtungen, Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte, Eltern, Seminare, Jugendhilfe und weitere Einrichtungen nutzten das Kreismedienzentrum als Anlaufstelle für Fragen rund um Medienbildung, digitale Unterrichtsgestaltung und Medientechnik.

Zwei große Fortbildungstage als besondere Höhepunkte

Zu den Höhepunkten des Schuljahres gehörten der zweite Fachtag KI im März sowie die 17. Distelhäuser Medienwerkstatt im Juni. Beide Veranstaltungen zeigten beispielhaft, wofür die Arbeit des Kreismedienzentrums steht: aktuelle Entwicklungen aufgreifen, pädagogisch einordnen und für die Praxis unmittelbar erfahrbar machen.

Fachtag KI: Orientierung in einem dynamischen Themenfeld

Am 3. März 2026 fand im Kreismedienzentrum der zweite Fachtag KI statt. Zahlreiche Lehrkräfte aus der Region informierten sich über aktuelle Entwicklungen, lernten neue Werkzeuge kennen und erprobten Anwendungsmöglichkeiten für Schule und Unterricht.

Den Auftakt bildete eine Keynote von Benedikt Sauerborn vom KI-Zentrum Schule des ZSL. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie große Sprachmodelle Lernen und Arbeiten verändern und wie Schulen darauf pädagogisch sinnvoll reagieren können. Neben den Chancen für Unterrichtsvorbereitung, Materialerstellung, Differenzierung und individuelles Lernen wurden auch Datenschutz, Urheberrecht, der europäische AI Act und die Grenzen generativer KI thematisiert.

In den anschließenden Workshops konnten die Teilnehmenden unter anderem die Landeslösung Telli kennenlernen, fortgeschrittene Prompting-Strategien und didaktische Chatbots erproben oder sich mit „Vibe Coding“ beschäftigen. Dabei entstehen mit Unterstützung von KI kleine Webanwendungen und digitale Lernmaterialien, ohne dass dafür klassische Programmierkenntnisse erforderlich sind.

Weitere Workshops widmeten sich dem KI-Einsatz in der Grundschule, im Fremdsprachenunterricht und in den Geisteswissenschaften. Auch Fake News, Leistungsmessung, der digitale Arbeitsplatz sowie rechtliche Fragen spielten eine wichtige Rolle. Der Fachtag machte deutlich, dass Schulen nicht nur neue Werkzeuge benötigen, sondern vor allem didaktische Orientierung, Möglichkeiten zum Ausprobieren und Raum für den kollegialen Austausch.

Distelhäuser Medienwerkstatt: mehr als 40 Workshops und rund 150 Teilnehmende

Am 23. und 24. Juni 2026 verwandelte die 17. Distelhäuser Medienwerkstatt das Neue Schloss in Distelhausen erneut in einen Treffpunkt für Lehrkräfte, angehende Lehrkräfte und Fachleute der Medienbildung. Rund 150 Teilnehmende, mehr als 40 Workshops und eine Keynote boten vielfältige Möglichkeiten, aktuelle Entwicklungen kennenzulernen und selbst praktisch zu erproben.

Die SWR-Journalistinnen Katharina Kunz und Ursi Zeilinger eröffneten die Veranstaltung mit einem Blick hinter die Kulissen des Nachrichtenjournalismus. Sie zeigten, wie Informationen geprüft und Nachrichten produziert werden und welche neuen Herausforderungen Desinformation und Künstliche Intelligenz für Journalismus und Schule mit sich bringen.

In drei Workshoprunden standen unter anderem KI im Unterricht, Programmieren, Robotik, Nachrichtenkompetenz, Fake News, Influencer, kreative Medienproduktion und informatische Bildung auf dem Programm. Mit Bee-Bots, Ozobots und LEGO SPIKE konnten die Teilnehmenden erproben, wie Kinder erste Programmiererfahrungen sammeln können.

Großen Zuspruch fanden auch die Making-Angebote. Im Makerspace kamen Lasercutter, Plotter und 3D-Drucker zum Einsatz. Das Makermobil des Landesmedienzentrums machte im Schlosshof Station und eröffnete weitere Möglichkeiten für kreative Unterrichtsprojekte. Daneben wurden Material- und Bücherkoffer des Kreismedienzentrums vorgestellt, die Schulen kostenlos ausleihen können.

Zum vielfältigen Programm trugen auch die benachbarten Kreismedienzentren aus Hohenlohe, dem Neckar-Odenwald-Kreis, Schwäbisch Hall, Heilbronn, Tübingen und Esslingen bei. Die Medienwerkstatt war damit nicht nur Fortbildung, sondern auch ein wichtiger Ort für Vernetzung, fachlichen Austausch und die gemeinsame Entwicklung neuer Ideen.

Von KI und Coding bis Fotobox und Lasercutter

Auch jenseits der beiden großen Fachtage war die thematische Bandbreite groß. Bereits zu Beginn des Schuljahres fand an der Umpfertalschule Boxberg ein KI-Tag für das gesamte Kollegium mit rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt. Weitere Beratungen und Fortbildungen beschäftigten sich mit Prompting, verschiedenen KI-Werkzeugen, der Erstellung von Unterrichtsmaterialien und dem reflektierten Einsatz generativer KI.

Einen weiteren Schwerpunkt bildeten Coding, Robotik und Making. Zum Einsatz kamen unter anderem Codey Rocky, BlueBots, LEGO SPIKE, Drohnen, Lasercutter, Plotter und 3D-Drucker. In Workshops konnten Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte sowie Schülerinnen und Schüler die Technik nicht nur kennenlernen, sondern unmittelbar praktisch erproben.

Dazu gehörten Coding-Workshops in den Futurelabs in Lauda, Angebote für Grundschulen, eine Fortbildung zu LEGO SPIKE am SBBZ Lauda, Lasercutter-Workshops mit der Grundschule Distelhausen sowie Plotter- und 3D-Druck-Workshops an der Grundschule Königheim. Weitere Schulen und Gruppen arbeiteten im Kreismedienzentrum an eigenen Projekten mit Lasercutter, Plotter und Textilpresse.

Auch klassische Medienproduktion blieb ein wichtiges Beratungsfeld: Audio- und Videoaufnahmen, Fotoboxen, Verstärker- und Präsentationstechnik oder die Herstellung eigener Motive mit Plotter und Textilpresse gehörten ebenso zum Angebot. Immer wieder ging es dabei nicht nur darum, wie Technik funktioniert, sondern vor allem darum, wie sie pädagogisch sinnvoll eingesetzt werden kann.

Medienpädagogische Beratung statt reiner Technik-Support

Gerade die Verbindung von Technik und Pädagogik kennzeichnet die Arbeit des Kreismedienzentrums. So wurden beispielsweise bei der Einführung von VR-Brillen neben der technischen Bedienung auch geeignete Unterrichtsangebote von Planet Schule und 360-Grad-Videos vorgestellt. Bei Robotik-Angeboten standen neben der Einweisung immer auch didaktische Überlegungen im Mittelpunkt.

Andere Beratungen beschäftigten sich mit dem Medieneinsatz im Churer Modell, mit Angeboten für Deutsch als Zweitsprache oder mit digitalen Unterrichtswerkzeugen wie Tutory, SESAM, Onilo, Canva und fobizz. Auch Audio-Projekte mit GarageBand, Mikrofonen und mobilen Verstärkeranlagen wurden technisch vorbereitet und pädagogisch begleitet.

Gleichzeitig bleibt die schnelle und unkomplizierte technische Unterstützung ein wichtiger Teil der Arbeit. Wenn ein iPad nicht mit einem AV1-Telepräsenzroboter gekoppelt werden kann, ein Lasercutter nicht wie gewünscht im Netzwerk arbeitet, eine Fotobox Probleme bereitet oder mehrere Mikrofone und Verstärker für ein Unterrichtsprojekt verbunden werden sollen, unterstützt das Medienzentrum bei der konkreten Lösung.

Dies ist ein wichtiger Bestandteil nachhaltiger Medienausstattung: Technik entfaltet ihren pädagogischen Nutzen erst dann, wenn sie im Alltag zuverlässig eingesetzt werden kann.

Von der Kita bis zur weiterführenden Schule

Die Beratungsarbeit richtet sich längst nicht ausschließlich an Schulen. Besonders deutlich wurde dies im vergangenen Schuljahr durch zahlreiche Angebote für Kindertageseinrichtungen und die frühkindliche Bildung.

Pädagogische Fachkräfte erhielten Beratung zum sinnvollen Medieneinsatz in der Kita, lernten Fotoboxen, iPads und geeignete Roboter kennen und nahmen an einem eigenen Workshoptag teil. Am 14. April standen dort kreatives Erzählen, der pädagogische iPad-Einsatz und erste Erfahrungen mit Robotik im Mittelpunkt. Onlinevorträge und Informationsangebote ergänzten das Programm.

Ein wichtiges Thema war der Kindermedienschutz. Das Kreismedienzentrum gestaltete Elternabende, Onlinevorträge und Informationsveranstaltungen und brachte seine Expertise auch in die Arbeit des Jugendhilfeausschusses ein. Die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt, dem Netzwerk Familie, Tageselternvereinen, Kindertageseinrichtungen und sozialen Einrichtungen zeigt, dass Medienbildung heute eine Aufgabe ist, die weit über den klassischen Unterricht hinausgeht.

Entwicklung, Vernetzung und Beratung im Hintergrund

Ein erheblicher Teil der Arbeit bleibt für die Öffentlichkeit zunächst unsichtbar. Der Kalender des vergangenen Schuljahres zeigt zahlreiche zusätzliche Gespräche und Arbeitstreffen, die der Weiterentwicklung der Angebote dienen.

Dazu gehörten Beratungen zur Nutzung von Schulavata­ren für längerfristig erkrankte Schülerinnen und Schüler, Abstimmungen zur zentralen Verwaltung schulischer Endgeräte sowie Gespräche über aktuelle Medientechnologie und neue digitale Bildungsangebote. Auch die Entwicklungen rund um den DigitalPakt 2.0 wurden kontinuierlich verfolgt.

Das Kreismedienzentrum beteiligte sich darüber hinaus am fachlichen Austausch im Medienzentrenverbund und an Gesprächen zu neuen Unterrichtsangeboten und Plattformen. Der Kongress „Qualität von Unterrichtsmedien“, der regelmäßige Austausch mit anderen Medienzentren und die Mitarbeit in gemeinsamen Arbeitsstrukturen tragen dazu bei, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und für Schulen im Main-Tauber-Kreis nutzbar zu machen.

Weitere Termine beschäftigten sich beispielsweise mit der Mathematikplattform Magma, dem Einsatz und der Weiterentwicklung der Geräteverwaltung Relution sowie mit der Planung eines Fotostudios für schulische Medienprojekte. Solche Gespräche schaffen die Voraussetzungen dafür, dass aus neuen technischen Möglichkeiten verlässliche und pädagogisch sinnvolle Angebote entstehen können.

Persönlich, telefonisch, online und vor Ort

Auch die Form der Beratung ist vielfältig. Die 65 dokumentierten Termine fanden nicht nur im Kreismedienzentrum statt. Mitarbeitende waren in Schulen, Kindertageseinrichtungen und bei Veranstaltungen vor Ort, führten Online- und Telefonberatungen durch und begleiteten Workshops und Fortbildungstage im gesamten Kreisgebiet.

Diese unterschiedlichen Zugangswege sind eine Stärke. Manchmal genügt ein Telefonat, um ein technisches Problem zu lösen. In anderen Fällen braucht es eine ausführliche Beratung, eine praktische Einweisung oder einen Workshop. Bei übergreifenden Themen wie Kindermedienschutz, Künstlicher Intelligenz, Schulavata­ren oder der digitalen Ausstattung von Schulen wird das Kreismedienzentrum darüber hinaus zum Ansprechpartner für Austausch, Planung und Vernetzung.

Mehr als Geräteverleih

Die Bilanz des Schuljahres 2025/26 macht deutlich, dass ein Kreismedienzentrum heute weit mehr ist als eine Ausleihstelle für Medien und Geräte. Es ist Beratungsstelle, Fortbildungsort, Werkstatt, Erprobungsraum und Partner bei der Weiterentwicklung digitaler Bildung.

Die 65 dokumentierten Termine stehen für ganz unterschiedliche Formen der Unterstützung: vom einzelnen technischen Problem bis zur Fortbildung eines gesamten Kollegiums, vom ersten Roboter in der Kita bis zum KI-Einsatz im Unterricht, vom Elternabend zum Kindermedienschutz bis zur Beratung über die technische Ausstattung von Schulen.

Große Veranstaltungen wie der Fachtag KI und die Distelhäuser Medienwerkstatt, individuelle Hilfestellungen im Alltag und die kontinuierliche Arbeit in Fachnetzwerken greifen dabei ineinander. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass neue Technik nicht nur angeschafft, sondern verstanden, erprobt und pädagogisch sinnvoll eingesetzt wird.

Medienbildung braucht Geräte und digitale Angebote. Vor allem aber braucht sie Menschen, die beraten, erklären, qualifizieren, Entwicklungen einordnen und bei konkreten Problemen unterstützen. Genau dafür bietet das Kreismedienzentrum eine verlässliche Anlaufstelle vor Ort.